
Medizinischer Honig – was ist das und wie kannst du es bei deinem Tier einsetzen?

Der Mensch nutzt den Honig, das Produkt der Bienen, seit langer Zeit – beispielsweise beim Kochen, als Süssstoff im Getränk oder in der Kosmetik zur Vorbeugung von Falten. Auch in der Wundheilung wird er seit längerer Zeit eingesetzt. So wurden beispielsweise im 1. Weltkrieg Wunden mit Honig behandelt, um Wundinfektionen vorzubeugen. Im 20. Jahrhundert wurde Honig dann allgemein allmählich zu einem wichtigen Heilmittel für Wundheilung. Doch was kann Honig und wieso wird er überhaupt in der Medizin eingesetzt? Was ist der Unterschied zwischen herkömmlichem, zum Verzehr geeignetem Honig, medizinischem Honig und Manukahonig? Was ist Vetramil? Dieser Artikel soll dir einen Überblick verschaffen und aufzeigen, wie du medizinischen Honig auch bei deinem Liebling anwenden kannst.
Wieso besteht überhaupt ein Interesse an Honig in der Medizin?
In der Medizin besteht ein grosses Problem in der Behandlung von bakteriellen Infektionen. Einerseits sind gewisse Antibiotikatherapien ineffektiv, andererseits besteht ein zunehmendes und ernst zu nehmendes Problem mit gegen Antibiotika resistenten Bakterien. Eine weitere Hürde besteht darin, dass die Entwicklung neuer Antibiotika sehr langsam ist und dem Problem nicht in angemessener Geschwindigkeit begegnet werden kann. Deswegen werden Alternativen zu Antibiotika wie eben genau der Honig der Biene zunehmend interessant. Denn Honig hat einerseits eine antibakterielle Wirkung und zudem bestehen bisher keine Resistenzen gegen Honig. Auch wurde Honig bereits erfolgreich angewendet bei infiziertem Wundgewebe. Dies rückt Honig in den Fokus als Alternative für Behandlungen von bakteriellen Wundinfektionen.
Merke dir: Durch das zunehmende Problem in der Behandlung von bakteriellen Infektionen unter anderem durch Antibiotikaresistenzen besteht zunehmend ein Interesse an Alternativen zu Antibiotika, welches den Fokus unter anderem auf Bienenhonig als Einsatz in der Medizin lenkt.
Konsumhonig, medizinischer Honig, Manukahonig – Was ist was?
Honig wird von der Honigbiene produziert. Die Honigbiene sammelt Blütennektar, welchen sie anschliessend zu Honig verdickt und in den Waben ablegt. Die Waben werden dann vom Imker geöffnet und der Honig wird geerntet. Honig besteht hauptsächlich aus Zucker, hat einen geringen Wasseranteil und enthält organische Verbindungen und Enzyme. Die Honigbiene fügt dem Honig unter anderem das wichtige Enzym Glucoseoxidase hinzu, auf welches ich später noch weiter eingehen werde. Hier erkläre ich vorerst, welche verschiedenen Arten von Honig es gibt und wie man diese voneinander unterscheidet. Später werde ich mich auf die Eigenschaften und Anwendung von medizinischem Honig konzentrieren.
- Konsumhonig: Du kennst und benutzt Honig vermutlich vor allem als Brotaufstrich, benutzt ihn beim Kochen oder zum Süssen deines Getränks. Der Konsumhonig enthält einen unsteten, aber meist eher geringen Anteil an aktiven Enzymen. Da diese Enzyme wie die Glucoseoxidase jedoch wertvoll sind im Gebrauch für Wundheilungsstörungen und herkömmlicher Honig auch noch Sporen von Bakterien enthalten kann, ist er zwar als Konsumhonig, nicht aber für den medizinischen Gebrauch geeignet.
- Medizinischer Honig: Die Produktion von medizinischem Honig untersteht einem qualitätsgeprüften, standardisierten Herstellungsverfahren, welches eine hohe und konstante Qualität des medizinischen Honigs sicherstellt. Einerseits wird der Honig sterilisiert, um keine lebensfähigen Bakteriensporen wie Clostridien mehr darin enthalten zu haben. Andererseits wird medizinaler Honig in Gewächshäusern unter vollständig kontrollierten Bedingungen hergestellt. Dadurch entsteht ein standardisierter Honigtyp, der einen hohen Enzymgehalt garantiert und gleichzeitig einen hohen Säuregehalt aufweist, welcher wiederum wichtig ist bei der Anwendung auf Wunden. Auch dies erkläre ich in einem späteren Abschnitt.
- Manukahonig: Im Unterschied zum medizinischen Honig enthält Manukahonig eine 100fach höhere Konzentration des sogenannten Methylglyoxal. Methylglyoxal reagiert mit Kollagenproteinen des Gewebes und remodelliert Schädigungen in deren Matrixen, ein wichtiger Bestandteil in der Wundheilung. Zudem ist es antibakteriell aktiv. In einer Studie hat man jedoch nachgewiesen, dass genau dieser Inhaltsstoff im Manukahonig eine schädigende Wirkung haben kann bei Diabetespatienten, welche mit Hautulzerationen zu kämpfen haben. Manukahonig enthält keine essenziellen Öle wie der medizinische Honig. Ein anderer Unterschied zum medizinischen Honig besteht darin, dass dieser ein hohes und reproduzierbares Level an Glucoseoxidase enthält, welches unter anderem für die antibakterielle Wirkung des medizinischen Honigs verantwortlich ist. Beim Manukahonig jedoch entsteht die antibakterielle Wirkung durch das oben genannte Methylglyoxal. Ein weiterer Unterschied von Manukahonig im Unterschied zum medizinischen Honig ist die Viskosität – Manukahonig ist eher dickflüssig, während der medizinische Honig flüssig ist. Gerade beim Auftragen von Honigpräparaten auf Wunden ist eine flüssige Konsistenz vorteilhaft, da sie einfacher auf und um die Wunden aufgetragen werden kann. Ein weiterer, einfach zu erkennbarer Unterschied ist die Farbe: Manukahonig ist dunkel, während medizinischer Honig eine helle Farbe hat.
Merke dir: Obwohl Konsumhonig zwar sehr lecker ist, ist nur medizinischer Honig und Manukahonig (die sogenannten Medihoneys) geeignet zur Anwendung in der Medizin, wobei Unterschiede zwischen Manukahonig und medizinischen Honig bestehen.
Vetramil – der medizinische Honig für Tiere
Vetramil ist ein unter strenger Qualitätsprüfung und einem standardisierten Verfahren hergestellter medizinischer Honig für viele verschiedene Tiere wie Hunde, Katzen, Nager, Pferde, Kühe, Schafe, Vögel und weitere. Er findet Anwendung in der Wundbehandlung und Bekämpfung von Wundinfektionen durch lokale Anwendung. Dieser medizinische Honig besteht aus für die Anwendung beim Tier wichtigen Komponenten:
- Hohe Enzymaktivität: Vetramil enthält viele Enzyme in stetig hohen Konzentrationen. Eines der wichtigen Enzyme für die antibakterielle Wirkung von Vetramil ist die sogenannte Glucoseoxidase. Sie wandelt den Zucker im Honig kontinuierlich in Wasserstoffperoxid und Gluconsäure um. Es entsteht ein saures Milieu in der Wundumgebung, und genau dieses saure Milieu mögen die häufig in Hautwunden vorkommenden Bakterien wie beispielsweise Staphylokokken (und andere) nicht. Das saure Milieu hilft in der Wirksamkeit gegen diese Bakterien. Wasserstoffperoxid wird dabei kontinuierlich und in kleinen Konzentrationen freigesetzt – das nennt man den sogenannten «Slow-Release-Effekt». Durch diese kontinuierliche Freisetzung entsteht eine langanhaltende Wirkung gegen die in der Wunde vorkommenden und infektionsverursachenden Bakterien, welche dann absterben. Dadurch, dass das Wasserstoffperoxid nur in kleinen Konzentrationen freigesetzt wird, wird gleichzeitig das Gewebe der Wunde geschont.

Bildquelle: Vetramil
- Hohe antioxidative Level:Antioxidantien sind wirksam gegen Entzündungen, was ein zusätzlicher Nutzen bei Wundbehandlungen ist.
- Naturreine ätherische Öle: Thymian, Basilikum, Patschuli, Lavendel und Niaouli sind in Vetramil enthalten. Sie unterstützen die pflegenden Eigenschaften des medizinischen Honigs und helfen bei der Hautreparatur. Sie sind bitter, ein gutes Insektrepellent und haben eine zusätzliche Wirkung gegen Bakterien und gewisse Pilze.
- Pflanzliche Bitterstoffe: Der bittere Geschmack verhindert, dass dein Tier das Produkt übermässig ableckt.
- Niedriger pH-Wert: Das saure Milieu von Vetramil ist ungeeignet für viele Bakterien, die für Wundinfektionen verantwortlich sind.
- Fettige Komposition: Die fettige Konsistenz von Vetramil beugt dem schnellen Abwaschen bei regnerischem Wetter und anderer Wasserexposition vor.
- Tiefer Gehalt an Wasser: Dadurch, dass Vetramil wenig Wasser enthält, kann er Feuchtigkeit aus der behandelten Wunde anziehen und die Wunde dadurch austrocknen.
- Keine pharmazeutischen Wirkstoffe: Vetramils Funktion wirkt ganz ohne Zusätze von pharmazeutischen Wirkstoffen wie beispielsweise Antibiotika.
Merke dir: Vetramil ist ein medizinischer Honig mit spezifisch für die Anwendung beim Tier geeigneten Eigenschaften und ist für die Anwendung bei Wunden und bei der Bekämpfung von Wundinfektionen sehr gut geeignet.
Wie kannst du Vetramil bei deinem Liebling einsetzen?
Es gibt verschiedene Vetramil-Produkte für die Behandlung deines Tieres. Besprich die Anwendung jeweils zuerst mit deinem/deiner Tierarzt/-ärztin. Du findest diese äusserst beliebten Produkte in unserem Webshop.
- Vetramil Salbe mit medizinischem Honig: Sie ist ein Allrounder zur Behandlung von Hautproblemen bei Tieren
- Vetramil Spray mit medizinischem Honig: Der Spray ist besonders geeignet zur Anwendung bei juckender und irritierter Haut von Tieren
- Vetramil Pad mit medizinischem Honig: Dieses ist speziell für den Schutz und die Pflege von oberflächlichen Hautirritationen konzipiert und ist deswegen besonders geeignet in der Behandlung von Wunden
- Vetramil Auris Ohrentropfen mit medizinischem Honig: Sie können die Regenerationsfähigkeit von empfindlicher, geröteter und gereizter Haut im äusseren Gehörgang deines Lieblings unterstützen. Bitte besprich die Anwendung unbedingt zuerst mit deinem/deiner Tierarzt/-ärztin
- Vetramil Pfotenwachs mit medizinischem Honig: Der Pfotenwachs ist eine reichhaltige Salbe mit cremiger Konsistenz. Der Wachs bildet eine Schutzschicht auf den Ballen deines/r Hundes/Katze vor äusseren Einflüssen wie Salz, Hitze, Eis oder Schnee. Zudem reduziert er die Rutschgefahr auf glatten Böden
Merke dir: Es gibt verschiedene Produkte der Marke Vetramil, wobei du einen Einsatz zur Wundbehandlung immer zuerst mit deinem/deiner Tierärztin absprechen solltest.
Zusammenfassung
- Das zunehmende Problem in der Behandlung von bakteriellen Infektionen unter anderem durch Antibiotikaresistenzen führt dazu, dass ein zunehmendes Interesse an Alternativen zu Antibiotika besteht, welches den Fokus unter anderem auf Honig als Einsatz in der Medizin lenkt
- Medizinischer Honig und Manukahonig sind im Gegensatz zum Konsumhonig geeignet zur Anwendung in der Medizin, wobei sich Manukahonig und medizinischer Honig klar voneinander unterscheiden
- Vetramil, ein medizinischer Honig speziell hergestellt für die Anwendung beim Tier, ist für die Anwendung bei Wunden und bei der Bekämpfung von Wundinfektionen wegen seinen speziellen Eigenschaften sehr gut geeignet
- Die verschiedenen Produkte der Marke Vetramil findest du in unserem Webshop und sollten vor dem Einsatz zur Behandlung von Hautproblemen immer zuerst mit deinem/deiner Tierärztin abgesprochen werden
Erste Hilfe aus dem Bienenstock




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